- RAI-Reiten ist die pferde-schonendste Art des Reitens. Forschungsergebnisse (u.a. der Uni Hohenheim)
belegen, daß diese Reitweise der Natur von Pferden am meisten Rechnung trägt.
- RAI-Reiten hat seinen Ursprung in der Erkenntnis, daß Pferde keinen Schmerzschrei haben und insgesamt nur
sehr wenige non-verbale Möglichkeiten, um Unwohlsein, Stress oder Angst auszudrücken. Wir Reiter müssen uns daher das Wissen aneignen, welche Auswirkungen das von uns benutzte Equipment, unsere
Hilfen, unser Sitz ect. auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Pferdes haben.
- RAI-Reiten ist Umgang mit Pferden auf der Grundlage von fundiertem Expertenwissen, das neuste Erkenntnisse
aus pferdebezogenen Wissenschaften ( Veterinärmedizin, Biologie, Verhaltensforschung) berücksichtigt. Dieses Wissen wird zum Wohl des Pferdes genutzt und nicht dafür, ihm noch extremere
widernatürliche Leistungen abzuverlangen.
- RAI-Reiten ist die Reitweise, die am konsequentesten auf die Ausübung physischer und psychischer Gewalt
verzichtet. Weder bei der Ausbildung, beim Reitunterricht noch bei der Korrektur sogenannter „Problempferde“ kommen Gebisse, Gerte, Sporen oder Ausbinder zur
Anwendung.
- RAI-Reiten ist keine mechanische Reitweise, d.h. das Pferd wird nicht zum Kommando-Empfänger degradiert.
Vielmehr findet echte Kommunikation zwischen 2 lebendig gebliebenen Individuen statt. Der Reiter geht auf das Wesen unter ihm ein und wirkt bei nur soviel auf es ein, bis es reagiert und versucht es
so wenig wie möglich zu behindern. Das Pferd reagiert aktiv auf den Menschen und nimmt auch dessen Stimmung wahr.
- Beim RAI-Reiten spielt das Lern-Prinzip der Belohnung erwünschten Verhaltens durch Leckerlis eine wichtige
Rolle. Eine Bestrafung unerwünschten Verhaltens findet nicht statt. Den Respekt und Gehorsam des Pferdes erreicht man jedoch nicht durch derartige Verstärkungen sondern nur dadurch, daß man zum
Leittier des Pferdes wird, unter dem sich das Tier sicher und geborgen fühlt und daher bereit ist, freiwillig zu gehorchen.
- RAI-Reiten hat viele Kritiker und Gegner. Es findet jedoch weltweit immer mehr Anhänger, weil es
funktioniert. Die Diskussionen sind oft emotional und wenig objektiv, denn die Kritiker können (leider) keine Belege dafür bringen, daß ihr Equipment und Reitweise keine oder positive Wirkungen auf
die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pferde hat. Die Widerstände gegen die RAI-Reitweise sind eher psychologischer Natur, z.B. das Nicht-Eingestehenwollen langjähriger Fehler; das
Nicht-Aufgebenwollen von Gewohnten/Üblichen; die Angst, im eigenen Stall komisch angeschaut zu werden oder gegen den Strom zu schwimmen.
- RAI-Reiter wollen nicht diskutieren und schon gar nicht streiten. Sie können ohne viele Worte zeigen, daß
sicheres, jederzeit kontrollierbares Reiten ohne Gebisse, Gerte, Sporen oder Ausbinder möglich ist.
- RAI-Reiten ist nicht die eleganteste Reitweise, sofern man
klassische reiterliche Kriterien anlegt, sondern die natürlichste. Pferd und Reiter wollen nicht repräsentieren sondern es auf längeren Geländestrecken möglichst angenehm haben: der RAI-Sattel wurde
unter ergonomischen und nicht unter modischen Gesichtspunkten entwickelt, die Mähne bleibt ungeflochten und zur Mückenabwehr bereit ......
- RAI-Reiten ist mit vielen Vorurteilen behaftet, z.B. daß es leicht zu erlernen sei, daß es langweilig sei
oder daß es unsicher sei. Das Gegenteil ist der Fall:
- RAI-Reiten ist schwieriger zu erlernen als viele andere Reitweisen. Denn 1. braucht es enorm viel Wissen
über die Anatomie, Psyche, natürlichen Anlagen und Bedürnisse des Pferdes und der Pferdeherde, um die Folgen eigenen Verhaltens auf das Pferd richtig einschätzen zu können. Und 2. verlangt es vom
Reiter absolute Konsequenz, Klarlinigkeit und ungeteilte Aufmerksamkeit, denn nur unter einem derartigen Leittier fühlt sich das Pferd geborgen und ist zum Gehorsam
bereit.
- RAI-Reiten bedeutet mehr Sicherheit beim Ausreiten als Reiten mit Gebiss. Fast jedes Pferd, das jemals
durchging, wurde mit Gebiss geritten. Oder umgekehrt: Durchgehen ist oft die Folge des abrupten Festhaltens des Reiters am Zügel in einem Schreckmoment. Hierdurch wird dem Pferd Schmerz zugefügt und
es kann in nicht mehr kontrollierbare Panik geraten. Beim RAI-Reiten mit einem Schnurhalfter kann der Reiter dem Pferd auch im Reflex keinen derartigen Schmerz
zufügen.
- RAI-Reiten ermöglicht es entspannt und ohne Stress für Mensch und Pferd abwechslungsreiches Gelände zu
durchqueren und immer neue Naturlandschaften kennen zu lernen. Langweilig ist das überhaupt nicht.
- RAI-Reiten ist keine Zauber-RAI: Es kann von jedem Pferdefreund erlernt und bei seinem Pferd umgesetzt
werden. Auch jahrelang mit Kandare und Trense gerittene Pferde lassen sich gerne und innerhalb kurzer Zeit auf gebisslos umstellen.
- RAI-Reiter wollen sich nicht moralisch von anderen abheben sondern die nicht zu rechtfertigende
Selbstverständlichkeit der Nutzung von Gebissen überwinden - zum Wohle der Pferde.
- Und RAI-Reiter helfen gerne Ross und Reiter, die diesen Weg gemeinsam gehen wollen.